Bericht 8. Spielwochenende Oberliga Südwest 2024/25: SG-Spitzenteam verpasst Meisterschaft im Herzschlagfinale

28. März 2025

Was ein Drama! Am letzten Spielwochenende zerbarst der Traum vom Aufstieg in die drittklassige Regionalliga Mitte wie eine Seifenblase. Durch die etwas überraschende 3:5-Pleite gegen den BC Smash Betzdorf verloren die Rheinhessen:innen ihre hart erarbeiteten Trümpfe im Titelrennen. Gleichzeitig hatte die Aufsteigerin weiterhin den Durchmarsch selbst in der Hand, verpasste im „Endspiel“ gegen den TB Andernach durch das 4:4-Remis allerdings den notwendigen Sieg und mussten zusehen, wie die Gäste in der eigenen Halle den Titelgewinn feierten.

 

Enttäuschung und Stolz: Diese Gefühle beschreiben das Ende einer abwechslungsreichen Spielrunde mit am besten. Aktuell dominiert nach dem Verpassen der Meisterschaft noch der Frust über das Dastehen mit „leeren Hände“, doch bald soll der Stolz über die erbrachten Leistungen und die Motivation für die kommende Saison wieder Einzug halten. „Das ist super schade für das Team.“, zeigt sich Teammanager Sebastian Züfle geknickt und lobt seine Garde gleichzeitig, „Wir haben toll gekämpft und hätten es uns verdient gehabt. Leider hat es ganz ganz knapp nicht gereicht. Am Ende haben zu viele Leute gefehlt, doch so ist Sport.“ Damit bezieht sich S. Züfle auf die Tatsache, dass einige Stammkräfte an den letzten beiden Spielwochenenden fehlten und Spieler:innen aus der zweiten Reihe versuchten, die Kohlen mit aus dem Feuer zu holen. Dies gelang leider nur bis kurz vor der Ziellinie. 

Für die letzten beiden Partien musste die SG-Erste mit Elena Popivanova, Victoriya Popova, Georgi Ruptsov, Hehui Judy Zhou, Harshad Mahajan und Jan Knabbe auf gleich sechs Personen aus dem Stammkader verzichten. Dies stellte sich im Endeffekt als zu große Hypothek heraus. Die Hoffnungen ruhten damit vor allem auf den verbliebenen Danylo Skrynnik, Stanimir Terziev und Valeriya Rudakova. Und die Rechnung schien beinahe aufzugehen. Gegen Betzdorf punkteten Skrynnik und Terziev souverän gegen Przemyslaw Urban respektive Lucas Zimmermann. Der dritte Zähler ging auf das Konto des Gemischten Doppels. Rudakova/Skrynnik zeigten Lisa Löhr/Timon Eppendorf deutlich die Hacken. Der wichtige vierte Punkt verwehrte sich allerdings partout dem SG-Habenkonto. Terziev/Yasen Borisov boten Eppendorf/Mika Schönborn lange Paroli, doch mussten mit 17:21, 18:21 die Segel streichen. Im zweiten Männerdoppel ließen Joey Kobylanski/S. Züfle ihr Herz auf dem Feld, schnupperten vor allem im zweiten Durchgang Lunte und verpassten den Satzausgleich nur hauchdünn (19:21). Hoffnung wurde zudem noch in Kobylanski Einzelqualitäten gesetzt. In der Vorrunde fuhr der amtierende südwestdeutsche Meister im Einzel der Altersklasse U17 zwei wichtige und mitentscheidende Erfolge ein. Schönborn ließ jedoch wenig anbrennen. 

Die größten Chancen auf den vierten Zähler wurden Rudakova im Fraueneinzel eingeräumt. Sie kreuzte die Schläger mit der südafrikanischen Nationalspielerin Elsie Magdalena de Villiers. Der Vergleich der besten Spielerinnen der Liga entwickelte sich vor allem im ersten Durchgang zu einem Nervenkrimi. de Villiers, ihres Zeichens Afrikameisterin mit dem Team und Bronzemedaillengewinnerin im Frauendoppel in den Jahren 2013 und 2014 sowie Teilnehmer:in an den diesjährigen Kontinentalmeisterschaften (Bronze im Teamwettbewerb und Viertelfinalistin im Frauendoppel), sicherte sich mit 21:19 die halbe Miete. Doch dies sollte Rudakova keinesfalls entmutigen, hatte sie doch im Hinspiel einen Satzrückstand noch gedreht. Dieses Mal blieb die Wende allerdings aus. de Villiers spulte ihr Programm ab, revanchierte sich für die Pleite in der Hinrunde und verbuchte dieses Schlüsselspiel für Betzdorf – 3:5.

 

Parallel punktete TB Andernach durch das 4:4-Unentschieden beim 1.BCW Hütschenhausen einfach und zog in der Live-Tabelle trotz Punktgleichheit aufgrund des besseren Spielverhältnisses an der Spielgemeinschaft aus Bad Kreuznach und Offenheim vorbei an den Platz an der Sonne. Damit war klar, dass im Aufstiegsendspiel nur ein Erfolg zum Titelgewinn reichen würde. Terziev und Skrynnik lieferten wie gewohnt sicher. Im gemeinsamen ersten Männerdoppel setzte das SG-Spitzenduo Chiron/Vincent Wansorra schachmatt. Ähnlich souverän liefen die Einzelpartien. Skrynnik und Terziev zeigten C. Wansorra beziehungsweise Tom Stromowski in zwei Sätzen die Grenzen auf. Der vierte Zähler ging auf das Konto von Rudakova, die sich im Fraueneinzel durch ihren ungefährdeten Erfolg über Yasmin Chalgoum rehabilitierte. Nun fehlte nur noch ein Sieg zum Titelgewinn. Doch dieser sollte den rheinhessischen Federballkünstler:innen verwehrt bleiben. Louisa Züfle/Simon Junker zahlten im Mixed gehörig Lehrgeld. Zudem zog der TB die beiden identifizierten Schlüsselspiele. Im Frauendoppel liefen Nicole Nonn/Annica Rohbeck der SG-Paarung Rudakova/Leonie Afanasev vor allem im zweiten Satz den Rang ab. Im dritten Männereinzel hielt Kobylanski nur im ersten Durchgang mit Kostja Marschke mit. Beim Stand von 4:3 blieb nun nur noch das zweite Männerdoppel. Kobylanski/Borisov erhielten allerdings nur keiner Zeit wirklich Zugriff, wodurch Luca Nolte/Stromowski mit dem verwandelten Matchball für lautstarken Jubel bei den Gästen sorgten – 4:4. 

 

Glückwunsch an Andernach zum Gewinn der Meisterschaft und den Aufstieg in die Regionalliga.“, gratuliert Pressesprecher Michael Bothner und zog Bilanz, „Es war ein unfassbar spannender Vergleich über die gesamte Saison hinweg. Im Endeffekt entschieden nur Nuancen zugunsten des TB. Uns fehlte eine Nasenspitze sowie das bekannte und notwendige Quäntchen Glück zum nächsten Titelgewinn und dem Erfüllen unseres Traumes von der dritten Liga.“ Sobald die erste Enttäuschung abebbt ist es an der Zeit, sich dem Erreichten in dieser Saison zuzuwenden. Mit dem Gewinn der Vizemeisterschaft und dem bis zum letzten Ballwechsel offen gehaltenen Rennen um den Titel etablierte sich die SG-Erste eindrucksvoll in der Oberliga Südwest. In der anstehenden knapp halbjährigen Sommerpause werden die Akkus neu aufgeladen, die Kräfte gebündelt und mit viel Selbstvertrauen, Zielstrebigkeit und Motivation Anlauf auf den Titelgewinn in der Saison 2025/26 genommen. 

 

Detailergebnisse: 

SG Rheinhessen – BC Smash Betzdorf 3:5

1.MD: Terziev/Borisov – Eppendorf/Schönborn 17:21, 18:21

FD: Afanasev/L. Züfle – de Villiers/Löhr 10:21, 11:21

2.MD: Kobylanski/S. Züfle – Urban/Zimmermann 14:21, 19:21

1.ME: Skrynnik – Urban 21:15, 21:7

FE: Rudakova – de Villiers 19:21, 12:21

MX: Rudakova/Skrynnik – Löhr/Eppendorf 21:14, 21:12

2.ME: Terziev – Zimmermann 21:10, 21:10

3.ME: Kobylanski – Schönborn 13:21, 12:21

 

SG Rheinhessen – TB Andernach 4:4

1.MD: Terziev/Skrynnik – C./V. Wansorra 21:11, 21:16

FD: Afanasev/Rudakova – Nonn/Rohbeck 18:21, 13:21 

2.MD: Kobylanski/Borisov – Nolte/Stromowski 6:21, 7:21

1.ME: Skrynnik – C. Wansorra 21:7, 21:14

FE: Rudakova – Chalgoum 21:17, 21:10

MX: L. Züfle/S. Junker – Nonn/V. Wansorra 6:21, 09:21

2.ME: Terziev – Stromowski 21:16, 21:13

3.ME: Kobylanski – Marschke 16:21, 11:21

 

Alle Ergebnisse und die aktuelle Tabelle sind unter folgendem Link zu finden:

https://dbv.turnier.de/sport/league/draw?id=DBE48728-6800-4C27-BA1F-0E790784C21C&draw=10